Hantavirus-Diagnostik im Kontext des Andesvirus

Verschiedene Spezies – Verschiedene Krankheitsbilder

Aktuelle Berichte über den Ausbruch des südamerikanischen Andesvirus
auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius rücken die Vielfalt der Hantaviren und die
Notwendigkeit ihrer labordiagnostischen Differenzierung in den Fokus.
Während in Deutschland Infektionen mit Puumala- und Dobravaviren meist
zu einem milderen Krankheitsbild führen, ist das Andesvirus für das
schwere Hantavirus-kardiopulmonale Syndrom (HCPS) bekannt und
erfordert eine spezifische diagnostische Abklärung.


Die in Deutschland endemischen Infektionen äußern sich typischerweise
als „Nephropathia epidemica“, eine moderate Form des hämorrhagischen
Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS). Charakteristisch sind, nach initialem
Fieber, eine akute Nierenbeteiligung mit Anstieg des Serumkreatinins,
Thromozytopenie, Proteinurie und Hämaturie.


Hiesige Endemiegebiete umfassen unter anderem den Bayerischen Wald,
die Schwäbische Alb und das Münsterland. Die Übertragung erfolgt primär
durch den Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Nagetiere, wie der
Rötelmaus, die als Hauptreservoir für das in Süddeutschland dominierende
Puumala-Virus gilt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wird bei den
in Deutschland vorkommenden Hantavirus-Typen nicht beobachtet.


Die Diagnose wird durch den Nachweis spezifischer IgG- und IgM-Antikörper
gesichert, wobei im Immunoblot die Differenzierung der Virus-
Spezies möglich ist.


Obwohl eine Andesvirus-Infektion in der klassischen Serologie ebenfalls
positive Antikörper-Befunde erzeugt, ist hier bei klinischem Verdacht eine
spezifische PCR-Diagnostik entscheidend. Gemäß RKI-Empfehlung sollte
dafür EDTA-Blut an das Konsiliarlabor für Hantaviren gesendet werden. Der
Einschätzung des European Centre for Disease Prevention and Control
(ECDC) vom 06.05.2026 zufolge ist das Risiko der hiesigen
Allgemeinbevölkerung durch den aktuellen Andesvirus-Ausbruch sehr
gering.


Eine überstandene Infektion führt wahrscheinlich zu einer lebenslangen,
Virustyp-spezifischen Immunität.

Weitere Informationen zur Hantavirus-Infektion erhalten Sie hier. 

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