Für Ärzte

Risiko falscher Ergebnisse von Laboruntersuchungen durch Biotininterferenz

Rote-Hand-Brief vom 15.05.2019: Mögliche Interferenzen von Biotin mit klinischen Laboruntersuchungen und dem damit verbundenen Risiko falscher Laborwerte

Die Information des Rote-Hand-Briefes vom 15.05.2019[1] nehmen wir zum Anlass, Sie auf mögliche Interferenzen von Biotin mit klinischen Laboruntersuchungen und dem damit verbundenen Risiko falscher Laborwerte aufmerksam zu machen:

  • Bei Patienten, die biotinhaltige Produkte einnehmen, kann es zu klinisch signifikant falschen Ergebnissen kommen. Dies betrifft in erster Linie Laboruntersuchungen, die mittels eines Immunoassays durchgeführt werden.

  • Abhängig vom verwendeten Testprinzip können die Laborwerte durch die Einnahme von Biotin falsch erhöht oder falsch erniedrigt sein.

  • Besondere Aufmerksamkeit ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Kindern und Schwangeren mit einer Hochdosis-Biotin-Therapie geboten

Auf Grundlage unserer Anfrage bei den einschlägigen Diagnostikaherstellern wurden uns folgende Möglichkeiten von Interferenzen mitgeteilt:

 

Biotin-Schwelle          
Falsch niedrig / negativFalsch hoch / positiv
>= 2 ng/mlErythropoetin
>= 10 ng/mlAnti-HBs, HBsAg TPO-AK, TRAK
>= 12,5 ng/mlDHEA-Sulfat
>= 30 ng/mlAMH, freies PSA, NT-BNP, Procalcitonin, ß-CrossLaps, ThyreoglobulinAnti-HBc, 25-OH Vitamin D3, Folsäure
>= 50 ng/mlCyfra 21-1, PTH, Protein-S-100-ProteinAnti-HAV, Folsäure
>= 60 ng/mlAFP, CA72-4, PSATG-AK
>= 70 ng/mlCA125, CA15-3, CEA, NSE, HCG gesamt, CCP-AK
>= 100 ng/mlCA 19-9
>= 500 ng/mlAnti-HAV-IgM

 

Bei Patienten, die Biotinpräparate einnehmen oder vor kürzerer Zeit eingenommen haben, sollte Rücksprache mit dem Labor gehalten werden. Bei diskrepanten Laborwerten z. B. zu den Vorwerten oder dem klinischen Bild sollte bei der Befundinterpretation eine Biotininterferenz in Betracht gezogen werden.


[1] https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2019/rhb-biotin.html

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Risiko falscher Ergebnisse von Laboruntersuchungen durch Biotininterferenz 17.06.2019

Rote-Hand-Brief vom 15.05.2019: Mögliche Interferenzen von Biotin mit klinischen Laboruntersuchungen und dem damit verbundenen Risiko falscher Laborwerte

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